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Das Kölner Bildungsmodell

Modulare Ausbildung | Schritt für Schritt zum Berufsabschluss | Ein Modellprojekt des Kölner Bündnis für Arbeit

An wen richtet sich das Kölner Bildungsmodell?

Das Kölner Bildungsmodell richtet sich an junge Erwachsene ohne Berufsabschluss zwischen 25 und 35 Jahren, die einen Berufsabschluss erlangen wollen.

Voraussetzung ist der Hauptschulabschluss oder ein höherer Schulabschluss.

Was ist das Ziel?

Anhand eines über Ausbildungsbausteine gegliederten Bildungswegs werden die Teilnehmer/Teilnehmerinnen zur Externenprüfung und damit zum Ausbildungsabschluss geführt. Ziel ist es, die Voraussetzungen für eine dauerhafte Integration in den Arbeitsmarkt zu schaffen.

Welche Berufsfelder werden angeboten?

Für diese Berufsfelder liegen Ausbildungsbausteine vor, die von der HWK / IHK anerkannt sind und zur Externenprüfung führen.
In diesen Berufsfeldern ist ein Fachkräftebedarf zu verzeichnen, was die Chancen auf eine Anschlussbeschäftigung erhöht.

Wer führt die Qualifizierung durch?

Das Kölner Bildungsmodell wird durchgeführt vom Bildungszentrum Butzweilerhof, der Handwerkskammer zu Köln, dem Kolping-Bildungswerk Diözesanverband Köln e.V. und dem Zentrum Bildung und Beruf Michaelshoven im Auftrag des Jobcenter Köln und der Agentur für Arbeit Köln in Kooperation mit der Industrie- und Handwerkskammer zu Köln.

Das Bildungszentrum Butzweilerhof der Handwerkskammer zu Köln koordiniert die Maßnahme. Steuerungskreis ist das Kölner Bündnis für Arbeit.

Wie wird die Ausbildung finanziert?

Den Teilnehmern/Teilnehmerinnen entstehen keine Kosten. Die Finanzierung erfolgt zunächst (im Profiling-Modul) über Zuweisung und in den Qualifizierungsmodulen über Bildungsgutscheine. Weiterführende Informationen, auch zu den Einstiegsterminen, erteilt die zuständige Integrationsfachkraft des Jobcenters oder der Agentur für Arbeit.

Wie ist der Ablauf?

Der Ablauf ist in mehrere Phasen gegliedert. Beginnend mit einem Profiling-Modul haben die Teilnehmer/Teilnehmerinnen die Chance sich in den angebotenen Berufsfeldern zu orientieren. Im Anschluss wird die Entscheidung für eine aufbauende Ausbildung und die dann jeweils durchzuführenden Ausbildungsbausteine getroffen. Während der gesamten Maßnahme erhalten die Teilnehmer/Teilnehmerinnen ein Coaching.

Das Profiling-Modul

Im sechswöchigen Profiling-Modul durchläuft der Teilnehmer/die Teilnehmerin während der ersten beiden Wochen eine ausgefeilte Potenzialanalyse. Diese ist überwiegend handlungsorientiert. Die getesteten Merkmale umfassen z.B. verschiedene manuelle Fähigkeiten, logisches Denken, Teamfähigkeit, Instruktionsverständnis und schulische Grundlagen wie Deutsch- und Mathematikkenntnisse. In der Potenzialanalyse kommen vielfältige Potenziale zum Vorschein, die Rückschlüsse auf berufliche Eignungen zulassen.
Ebenfalls im Profiling-Modul wird herausgearbeitet, welche Qualifikationen der Teilnmehmer/die Teilnehmerin bereits mitbringt, um an seinen bisher erlangten Fähigkeiten anzuknüpfen und diese zu nutzen.

Nach den ersten beiden Wochen erfolgt die praktische Berufsfelderprobung in ein bis drei Praxisbereichen (Lehrwerkstätten, Lehrküche, Verkaufsraum, Lager). Während der Berufsfelderprobungen erfolgt bereits eine Förderung in beruflichen Basisqualifikationen wie Arbeitssicherheit, Arbeitseinteilung, Arbeiten nach Instruktionen, Kommunikation, Lernstrategien, Grundlagen in Deutsch und Mathematik, PC-Kenntnisse und mehr. Im Abschlussgespräch des Profiling-Moduls fällt die Entscheidung darüber, in welchem der angebotenen Berufe eine Berufsausbildung angestrebt wird.

Die Qualifizierungsmodule

Aufbauend auf den bereits bestehenden Ressourcen erwirbt der Teilnehmer/die Teilnehmerin anschließend in individuell zusammengestellten Ausbildungsbausteinen Teilqualifikationen. Nach Abschluss eines jeden Bausteins werden die erworbenen Kenntnisse von den Kammern bescheinigt.
Alle Bausteine sehen in der Regel ein Drittel betrieblicher Praxisanteile vor, die in Kooperationsbetrieben der jeweiligen Institutionen stattfinden.
Um eine große Betriebsnähe zu erhalten, ist es möglich, die Maßnahmeteilnahme zu unterbrechen, um mithilfe einer erlangten Teilqualifikation ein versicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis in einem Betrieb einzugehen. Später kann jeder wieder genau an der Stelle in die Qualifizierung einsteigen, an der der Stand seiner Fertigkeiten und Kenntnisse es zulässt.

Sind alle Qualifikationen vorhanden, wird die Zulassung zur Externenprüfung beantragt. In einem Prüfungsvorbereitungs-Modul wird gezielt für die Prüfung trainiert.

Das Coaching

Unter dem Coaching ist ein Beratungs-, Unterstützungs- und Entwicklungsprozess zu verstehen, der zwischen Coach und Teilnehmer/Teilnehmerin geplant und prozesshaft gestaltet wird. Es wird eine persönliche Standortbestimmung vorgenommen, es werden Ziele entworfen und geeignete Problemlösungs- und Umsetzungsstrategien entwickelt.
Das Coaching soll den Teilnehmer/der Teilnehmerin bei der beruflichen Orientierung unterstützen, bei der Bildungsplanung und dem selbstständigen Lernen. Der Coach begleitet das Praktikum und stützt den Bewerbungsprozess. Bei sozioökonomischen Problemlagen erhält der Teilnehmer/die Teilnehmerin Hilfestellung beim Erarbeiten von Lösungsstrategien, um die Voraussetzungen für eine regelmäßige Berufstätigkeit zu schaffen. Schlussendliche Aufgabe des Coaching ist die Integration in ein versicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis. Im Übergang steht der Coach für einen Zeitraum von drei Monaten als Ansprechpartner zur Verfügung, um das neu geschlossene Beschäftigungsverhältnis zu stabilisieren.

Wie lange dauert die Teilnahme?

Die Profiling-Phase dauert in der Regel sechs Wochen. Die Länge der einzelnen Qualifizierungsmodule in den einzelnen Berufsfeldern variiert zwischen einem Monat und zwölf Monaten.
Je nach Situation können auch in Phasen versicherungspflichtiger Beschäftigung Qualifikationen erworben werden. Die modulare Ausbildung kann ebenfalls durch eine Arbeitsaufnahme unterbrochen werden.
Die flexible und individuell ausgerichtete Ausbildung kann sich so für den einzelnen Teilnehmer/Teilnehmerin insgesamt über einen Zeitraum von fünf bis sieben Jahren erstrecken.

Ansprechpartner

Frau Elke Wambach   Projektleitung für die Ausbildungsbausteine & für das Profiling 
elke.wambach@kbw-koeln.de  Tel.: 0221 9922553 -13 
Herr Werner Volkmar   Gesamtleitung für das Kölner Bildungsmodell im Kolping-Bildungswerk  
werner.volkmar@kbw-koeln.de  Tel.: 0221 9922553 -11 
Frau Ulla Schlottow   Koordination des Gesamtprojektes bei der HWK  
schlottow@hwk-koeln.de  Tel.: 0221 2022 -551